Motivationsschreiben

Ein Motivationsschreiben?! Gehört es zu einer Bewerbung?

Im Hinblick auf die Bewerbung fällt sehr oft der Begriff „Motivationsschreiben“, was in vielen Fällen zu großen Unsicherheiten führt. Eine Bewerbung besteht doch aus Anscheiben, Lebenslauf und Zeugnisanlage?! Im Wesentlichen ja, doch das Motivationsschreiben hat seine Berechtigung im Kontext der Bewerbung. Der Begriff wird jedoch missverständlich verwendet. Das „Motivationsschreiben“ bedarf also einer Begriffsklärung.

Was ist ein Motivationsschreiben?

Mit einem Motivationsschreiben kann sowohl das Anschreiben, als auch eine „Dritte Seite“ gemeint sein. Bewirbt man sich beispielsweise für eine Ausbildung oder ein Studium, so kann man zumeist nicht auf sonderlich viel Berufserfahrung zurückblicken. Das Anschreiben kann sich also im Kern nur um die Bewerbungsmotivation bzw. um die Motivation für eine bestimmte Ausbildung oder ein bestimmtes Studium drehen. Als Beispiel sei hier eine ERASMUS-Bewerbung zu nennen. Vom Aufbau her handelt es sich nach wie vor um ein „normales“ Anschreiben. Im zweiten Fall ist ein Motivationsschreiben als „Dritte Seite“ gemeint, also ein zusätzliches Bewerbungsdokument in Ergänzung zum Anschreiben. Dieses Motivationsschreiben ist weniger an formale Kriterien gebunden, und ein/e Bewerber/in kann dort die eigene Motivation für eine bestimmte Stelle noch detaillierter behandeln.

Ist ein Motivationsschreiben als „Dritte Seite“ sinnvoll?

Diese Frage lässt sich nicht so leicht beantworten, da die Antwort situationsabhängig ist. Die „Dritte Seite“ ist ein Kind der 1990er Jahre, als der Arbeitsmarkt noch umkämpfter war, als es heute der Fall ist. Den von Massenentlassungen und Zukunftssorgen geplagten Bewerber/innen ging es darum, einen Bewerbungsvorteil zu erschließen. Bewerbungsberater und Fachautoren sahen in der „Dritten Seite“ ein geeignetes Vehikel, um Bewerber/innen mehr Möglichkeiten zur Selbstpräsentation zu bieten. Doch Neuigkeiten sprechen sich schnell herum und werden irgendwann geradezu selbstverständlich. Zudem geht es bei der Bewerbung immer um die sinnvolle Zusammenfassung von Informationen. Sie wollen ja keinen Personaler langweilen, sondern überzeugen. Ob ein Motivationsschreiben als „Dritte Seite“ heute noch sinnvoll ist, erscheint eher fraglich. Mit einem ansprechenden und individuellen Anschreiben wird ein zusätzliches Motivationsschreiben – sofern nicht explizit in der Stellenanzeige gefordert – in vielen Fällen schlichtweg überflüssig. Die Entscheidung hinsichtlich des Motivationsschreibens liegt jedoch bei Ihnen als Bewerber/in.